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Gann@Raoul-Wallenberg.de

 

 

 


Aktuelle Termine:

 

Ausstellung "Lichter in der Finsternis - Raoul Wallenberg und die Rettung der Budapester Juden 1944/45" 

 

Wiesbaden
Aktives Museum Spiegelgasse

Spiegelgasse 11

65183 Wiesbaden

vom 22. Mai bis 16. Juli 2016

 

Öffnungszeiten:

Donnerstag, Freitag: 16:00 bis 18:00 Uhr

Samstag:                         11:00 bis 13:00 Uhr

 

sowie nach Vereinbarung: Weitere Infos

 

 

Eröffnung: Sonntag, 22.05.2016, 17:00 Uhr

mit

Christoph Gann, Einführung in die Ausstellung

Inge-Monika Hofmann, Lesung aus „3 Wochen in 1944“ von Erno Szép

Konrad Löffelholz, Musikalische Zeichensetzung

 

 


 

 

 

Bücher

Neuauflage: Danny Smith “Raoul Wallenberg, der Mann der 100.000 Juden rettete”, Brunnen Verlag 2012

 

Ingrid Carlberg „Det stár ett rum här och väntar pá dig …“. Berättelsen om Raoul Wallenberg, Norstedts (schwedisch)

 

Bengt Jangfeldt „Raoul Wallenberg. En biografi“, Wahlström & Widstrand 2012 (schwedisch)


Unabhängige Wallenberg-Forscher fordern Überprüfung der russischen Geheimdienstakten

Die unabhängigen Wallenberg-Forscher Vadim Birstein und Susanne Berger haben am 01.08.2011 eine umfassende Überprüfung der russischen Geheimdienstakten zum Fall Raoul Wallenberg gefordert. Birstein und Berger machten darauf aufmerksam, dass in einer russischen Buchveröffentlichung bisher unbekannte Akten zu Verhören von Wallenbergs ehemaligen Mitgefangenen Willy Rödel veröffentlicht worden sind. Zuvor war die Existenz derartiger Unterlagen abgestritten worden. Wenn aber große Teile von Rödels Akte erhalten geblieben sind, könnte dies auch für Wallenbergs Akte oder die  anderer Personen gelten, die im Zusammenhang mit dem Fall Wallenberg stehen. So etwa für Wallenbergs Chauffeur Vilmos Langfelder, der zusammen mit ihm in die Sowjetunion verschleppt worden war.

( Schreiben von Birstein und Berger vom 01.08.2011)


Wende im Fall Wallenberg?

Die Wallenberg-Forscher Susanne Berger und Vadim Birstein haben am 31.03.2010 in einem Brief an Angehörige von Wallenbergs im August 2009 verstorbenen Halbbruder Guy von Dardel, interessante Neuigkeiten zu Wallenbergs Schicksal bekannt gegeben.

Archivare des russischen Geheimdienstes FSB teilten Berger und Birstein auf eine Anfrage im November 2009 mit, dass Raoul Wallenberg mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann im Jahr 1947 zum “Gefangenen Nr. 7“ im Lubjanka-Gefängnis in Moskau wurde.

„Gefangener Nr. 7“ wurde dort am 22.07.1947 von 18.50 Uhr bis 19.25 Uhr verhört. Am 23.07.1947 wurde dieser Gefangene erneut, diesmal über 16 Stunden (1.50 Uhr bis 18.30 Uhr) verhört.   

Es ist sehr bemerkenswert, dass Seitens des FSB damit eingeräumt wird, dass Wallenberg noch nach dem 17.07.1947 am Leben gewesen sein kann. Das Datum ist von Bedeutung, da in einer Erklärung vom 06.02.1957, die vom damaligen Vizeaußenminister Andrej Gromyko an den schwedischen Botschafter übergeben wurde, aus einem angeblichen „Archivdokument aus der Krankenstation“ vom 17.7.1947 zitiert wurde. Danach war der „Gefangene Walenberg heute nacht plötzlich in seiner Zelle“ verstorben, vermutlich in Folge eines Myokardinfarkts. Dies Dokument könnte sich auf Wallenberg beziehen, hieß es damals, und man müsse den Schlus ziehen, dass Wallenberg im Juli 1947 verstarb.

Im Januar 1961 erfuhr die schwedische Professorin Nanna Svartz nach eigenen Angaben auf einem internationalen Medizinerkongress in Moskau von ihrem russischen Kollegen Mjasnikow, dass dieser den Fall Wallenberg kenne und dieser Patient sich in einem sehr schlechten Zustand befände. Dies führte 1964 zu einer Erklärung des stellvertretenden Außenministers Orlov gegenüber dem schwedischen Botschafter in Moskau, dass keine Zweifel daran bestünden, dass Wallenberg am 17.07.1947 im Lubjanka-Gefängnis verstorben sei. Auch die russische Seite einer im Jahr 1991 gebildeten schwedisch-russischen Arbeitsgruppe zur Aufklärung von Wallenbergs Schicksal hielt in ihrem im Januar 2001 vorgelegten Abschlußbericht fest, dass Wallenbergs Tod im Juli 1947 erwiesen sei. Von schwedischer Seite wurde dies nicht akzeptiert.

Berger und Birstein müssen einräumen, dass die Möglichkeit nicht völlig ausgeschlossen werden kann, dass eine andere Person als Wallenberg am 22. und 23.7.1947 als Gefangener Nr. 7 verhört wurde. So könnten im Jahr 1947 mehrere Personen zu  unterschiedlichen Zeiten als Gefangener Nr. 7 geführt worden sein. Allerdings ist schon seit langem bekannt, dass  am 22.07.1947 Mitgefangene Wallenbergs verhört worden sind.

Eine offizielle Stellungnahme des FSB zu einer Anfrage des schwedischen Botschafters vom Dezember 2009 soll noch ausstehen. Die russischen Stellen müssen erklären, ob Raoul Wallenberg tatsächlich am 22. und 23. Juli 1947 verhört wurde und was mit ihm geschehen ist. Andernfalls müssen sie offenlegen, welcher Gefangene sich zum genannten Zeitpunkt hinter der Nr. 7 verbarg und weshalb Archivare des FSB zu der Annahme kamen, dass dies mit großer Wahrscheinlichkeit Wallenberg war.

Susanne Berger und Vadim Birstein ist zu danken, dass sie sich seit vielen Jahren um eine Aufklärung von Wallenbergs Schicksal bemühen. Vielleicht war es ihnen möglich, im November vergangenen Jahres eine Wende in der russischen Haltung einzuleiten.

Unverständlich erscheint, dass beim Besuch des russischen Präsidenten Medwedew in Stockholm im November 2009 und beim Gegenbesuch des schwedischen Ministerpräsidenten Reinfeldt am 11.03.2010 in Moskau die Frage um den Gefangenen Nr. 7 kein Thema gewesen sein soll.

 

Weitere Infos: Brief von Berger und Birstein vom 31.3.2010


"Das Andenken an Raoul Wallenberg sollte ein Ansporn sein für andere, ebenfalls zu handeln, für künftige Generationen zu handeln, für uns alle zu handeln." Worte des UN-Generalsekretärs Kofi Annan in einem Grußwort zur Eröffnung der Wanderausstellung "Lichter in der Finsternis: Raoul Wallenberg und die Rettung der Budapester Juden 1944/45."

 

In seiner Ansprache von der Knesset in Jerusalem führte Bundespräsident Horst Köhler am 2. Februar 2005 aus:

Yad Vashem ist ein Ort der Trauer und des Gedenkens. Yad Vashem ist aber auch ein Ort der Menschlichkeit und der Hoffnung, so habe ich das empfunden. Ich verneige mich in Scham und Demut vor den Opfern und vor denen, die ihnen unter Einsatz ihres Lebens geholfen haben. Einer von ihnen war Raoul Wallenberg, an den Sie gestern erinnert haben.“

 

Von Juli 1944 bis Januar 1945 setzte der Schwede Raoul Wallenberg in Budapest sein Leben, für die vom Tode bedrohten ungarischen Juden ein. Wallenberg entwarf sogenannte Schutzpässe, die an Juden verteilt wurden. In über 30 Schutzhäusern brachte er die Notleidenden unter. Wallenberg sorgte für die Verpflegung und ärztliche Betreuung. Er begleitete mit anderen Helfern die Marschierenden auf dem Todesmarsch im November 1944, verteilte Schutzpässe und Essen und konnte einige Hundert von ihnen befreien. Wallenbergs Verhalten wurde von den Vertretern anderer neutraler Staaten nachgeahmt.

Durch Raoul Wallenberg und andere Personen konnten über 119.000 Juden in Budapest die Zeit der Besetzung überleben.

Im Januar 1945 wurde Raoul Wallenberg von russischen Soldaten gefangengenommen und nach Moskau gebracht. Nach zunächst widersprüchlichen Angaben gab die Sowjetunion 1957 an, Wallenberg sei vermutlich 1947 in einem Moskauer Gefängnis verstorben. Auch Rußland hält am Todesjahr 1947 fest, ohne Beweise vorlegen zu können.

Am 22. Dezember 2000 wurden Raoul Wallenberg und sein mit ihm verschleppter Mitarbeiter Vilmos Langfelder offiziell von Rußland rehabilitiert. Der Generalstaatsanwalt erklärte, Wallenberg und Langfelder seien widerrechtlich festgenommen und aus politischen Gründen ihrer Freiheit beraubt worden.

Am 12. Januar 2001 hat die schwedisch-russische Untersuchungskommission ihre Berichte vorgelegt. Die russische Seite beharrt auf ihrer Darstellung, Wallenberg sei im Juli 1947 in Moskau ums Leben gekommen. Die schwedische Seite hält dieses nicht für erwiesen. Dokumente liegen nicht vor. Im Jahr 2003 gab Schweden einen Bericht über eigene Versäumnisse in den ersten Jahren nach Wallenbergs Verschleppung heraus. Einer Untersuchung über Versäumnisse in späteren Jahren – wie sie der russische Bericht von 2001 nahe legt - fehlt noch. Seit 2008 ist im Internet eine Datenbank über Dokumente und Zeugenberichte abrufbar.

Es spricht viel dafür, daß Wallenberg noch nach 1947 lebte. Die Nachforschungen müssen weitergehen.


Informationen zu Raoul Wallenberg – Ehrenbürger der USA, Kanadas und Israels – gibt seit 1994 die genannte Wanderausstellung. Sie war bisher an über 50 Orten in Deutschland, Österreich und Ungarn zu sehen, u.a. im Bundesarchiv in Koblenz, in der Deutschen Bibliothek/Deutsche Bücherei, sowie etwa Schulen und Landtage in verschiedenen Bundesländern. Die aktuellen Ausstellungstermine finden Sie unter AUSSTELLUNG.

 

Informationen zu Raoul Wallenberg sind seit Januar 2000 auf dieser Internetseite abrufbar. Die wesentlichen Informationen über Wallenberg und die Rettungsaktion sind dem Begleitheft zur Ausstellung entnommen. Ebenfalls werden weitere Personen vorgestellt, die zur Rettung von Verfolgten in Ungarn 1944/45 beitrugen.

 

Unter LITERATUR befinden sich  Übersichten zu Veröffentlichungen über Raoul Wallenberg, die Rettungsaktion in Ungarn sowie weitere Retter. 

 

In Deutschland ist folgende Biographie über Raoul Wallenberg erhältlich:
“Raoul Wallenberg. So viele Menschen retten wie möglich” von Christoph Gann.
Sie erschien 2001 auch in estnischer Übersetzung.


Links

Raoul-Wallenberg Komitee Deutschland                                            

Raoul Wallenberg Kommittéen (Schweden)

Raoul Wallenberg Association

The Raoul Wallenberg Committee of the United States

Raoul-Wallenberg-Datenbank (Schwedisches Außenministerium)

Raoul-Wallenberg-Schule Dorsten

The International Raoul Wallenberg Foundation

The Raoul Wallenberg Institute of Human Rights and Humanitarian Law

 

 


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